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Schlag ins Gesicht

DFB-Präsident Theo Zwanziger hat Grund sich aufzuregen. Der in einen Manipulationsfall verwickelte Schiedsrichter Robert Hoyzer steht vor einem Freispruch durch das 5. Strafgericht des Bundesgerichtshofes in Leipzig. Bundesanwalt Hartmud Schneider sieht den Straftatbestand des Betrugs im Sinne des §263 StGB (Strafgesetzbuch) nicht erfüllt. Zwanziger hält das für einen "Schlag ins Gesicht". Worüber sich Zwanziger, der in den Medien sonst gerne antirassistisch und weltoffen auftritt, nicht aufregt, sollte Anlass zur Sorge bereiten: In der Juni-Ausgabe der geschichtsverfälschenden und militaristischen Hochglanzzeitschrift "Deutsche Militärzeitschrift" (DMZ) findet sich ein Interview mit unserem Theo als Ergänzung zum Thema "Angriff und Verteidigung - Militärfußball gestern und heute". Schon die Ankündigung auf dem Titelblatt macht Lust auf mehr: Neben der Ankündigung des Zwanziger-Interviews besticht das Titelblatt durch die Überschriften "Sturm auf Moskau 1941" und "Deutsche Soldaten stürmen wieder". Die Zeitschrift brilliert durch extrem rechte Geschichtsfälschung, Verehrung deutscher "Kriegshelden" aus dem zweiten Weltkrieg und Heroisierung der Wehrmacht und der Waffen-SS. Seit 2003 wird die Zeitschrift vom rechtsextremen Verlagsnetz "Lesen und Schenken/Arndt-Verlag" von Dietmar Munier herausgegeben. Doch Zwanziger befindet sich da in guter Gesellschaft. Schon andere revisionistische, reaktionäre und zweifelhafte Personen gaben sich die Ehre in der DMZ: BdV-Vorsitzende Erika Steinbach, Ex-Kriegsminister Rudolf Scharping oder auch der brandenburgische Innenminister Jörg Schönbohm ebenso wie der Schauspieler Heino Ferch (Der Untergang). Die Zeitschrift selbst macht nicht nur Werbung für den NPD-eigenen "Deutsche Stimme Verlag", sie wirbt auch für sich selbst in der NPD-Zeitung "Deutsche Stimme". Aber von alledem lässt sich der Theo nicht aus der Ruhe bringen. Zum Glück hat er jetzt seinen eigenen Skandal entdeckt und muss nicht länger unangenehmen Fragen ausweichen... muss er nicht? Nein, denn diese unangenehmen Fragen hatte es ohnehin nie gegeben. Abgesehen von den lesenswerten antifaschistischen Randblättern "Antifaschistisches Infoblatt" und "Der Rechte Rand" hielt es kein größeres Medium für nötig, auch nur eine Zeile über Zwanzigers rechte Auswüchse zu berichten. Glaubt man der aktuellen Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung über Rechtsextremismus, so hätte eine Bericherstattung dem Theo vermutlich ohnehin Beifall eingebracht.
29.11.06 17:44





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